Nachhaltigkeitsberichterstattung

Nachhaltigkeitsberichterstattung umfasst die Kommunikation der ökologischen, sozialen und governance-bezogenen (ESG) Leistungen eines Unternehmens gegenüber Stakeholdern, Investoren und Behörden. In der Schweiz ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung ein wichtiges Instrument, um Transparenz, Verantwortlichkeit und langfristige Wertschöpfung durch die Integration von Nachhaltigkeitszielen in die Buchhaltung und strategischen Pläne des Unternehmens sicherzustellen.

Nachhaltigkeitsberichterstattung

Warum ist Nachhaltigkeitsberichterstattung wichtig?

In einer Zeit mit zunehmendem Fokus auf Klimawandel, soziale Herausforderungen und gute Unternehmensführung bietet die Nachhaltigkeitsberichterstattung mehrere Vorteile:

  • Gestärktes Ansehen und Vertrauen bei Kunden, Investoren und der Gesellschaft.
  • Reduziertes Risiko durch Identifikation und Handhabung von ESG-Herausforderungen.
  • Bessere Entscheidungsgrundlage durch systematische Datenerhebung und Analyse.
  • Stärkere Verknüpfung mit der Wirtschaft, wenn die Zahlen in die Nachhaltigkeitsbuchhaltung integriert werden.
  • Erfüllung gesetzlicher Anforderungen wie der CSRD-Richtlinie , dem OR Art. 964bis und den Sorgfaltspflichten .
  • Zur Umsetzung der Prinzipien der Kreislaufwirtschaft , siehe unseren Artikel zur Kreislaufwirtschaft.

Wichtige Rahmenwerke und Gesetze

Rahmenwerk/GesetzHauptzweckGilt für
CSRD-RichtlinieStandardisierte EU-Berichterstattung von ESG-DatenGrosse EU/EWR-Unternehmen
OR Art. 964bisBerichterstattung über nichtfinanzielle Belange im GeschäftsberichtPublikumsgesellschaften und grosse Unternehmen
Sorgfaltspflichten (Art. 964j ff. OR)Due Diligence für Menschenrechte und KinderarbeitGrosse Unternehmen
SFDRTransparenz für FinanzprodukteFinanzmarktteilnehmer
EU-TaxonomieKlassifizierung nachhaltiger wirtschaftlicher AktivitätenWas ist die EU-Taxonomie?

Schlüsselschritte der Nachhaltigkeitsberichterstattung

  1. Wesentlichkeitsanalyse – Identifizieren der ESG-Themen, die für das Unternehmen und die Stakeholder am relevantesten sind.
  2. Datenerhebung – Aufbau von Systemen zur Erfassung genauer und zuverlässiger ESG-Daten.
  3. Aufstellung von KPIs – Festlegung messbarer Indikatoren (z. B. CO₂-Emissionen, Anzahl Arbeitsunfälle).
  4. Gestaltung des Berichts – Auswahl von Format (integrierter Bericht vs. separater Bericht) und Standards (ESRS, GRI).
  5. Interne Kontrolle und Prüfung – Sicherstellung von Qualität und Zuverlässigkeit durch interne Kontrolle und externe Verifikation.
  6. Veröffentlichung und Kommunikation – Verbreitung des Berichts an Stakeholder über Websites, Geschäftsberichte und andere Kanäle.

Herausforderungen und zukünftige Entwicklung

Obwohl die Nachhaltigkeitsberichterstattung viele Vorteile bietet, stehen Unternehmen auch vor Herausforderungen:

HerausforderungBeschreibung
DatenverfügbarkeitSchwierig, konsistente und zuverlässige ESG-Daten zu erheben
Komplexität und KostenDie Implementierung neuer Systeme kann ressourcenintensiv sein
Fehlende StandardisierungVerschiedene Rahmenwerke führen zu unterschiedlichen Anforderungen und Interpretationen

Künftig wird eine zunehmende Harmonisierung internationaler Standards und die Digitalisierung der Berichterstattung erwartet, was zu effizienteren und vergleichbareren Nachhaltigkeitsdaten beitragen wird.