Was ist Konkurs?
Konkurs ist ein gerichtliches Verfahren, das eingeleitet wird, wenn ein Unternehmen seine Verbindlichkeiten nicht bezahlen kann. Ziel ist es, die Aktiven zu verwerten, die Forderungen der Gläubiger zu decken und das Unternehmen allenfalls aufzulösen oder zu sanieren.
Was ist Konkurs?
Konkurs wird im Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) als gerichtliches Verfahren definiert, bei dem sämtliche Aktiven eines insolventen Schuldners von der Konkursmasse übernommen werden. Zweck ist eine gerechte Verteilung der Mittel an die Gläubiger.
Das Konkursverfahren in Kürze
| Schritt | Beschreibung |
|---|---|
| 1 | Konkursbegehren: Gläubiger oder Schuldner stellt ein Konkursbegehren beim Konkursgericht. |
| 2 | Konkurseröffnung: Festsetzung des Datums, ab dem Forderungen im Verfahren geltend gemacht werden können. |
| 3 | Konkursmasse: Ein Konkursverwalter übernimmt die Verwaltung und Verwertung der Aktiven des Schuldners. |
| 4 | Schuldenruf: Gläubiger werden über die Eingabefrist informiert und melden ihre Forderungen an. |
| 5 | Verteilung: Verteilung der Mittel der Konkursmasse gemäss der Rangordnung im SchKG (Art. 219). |
| 6 | Abschluss: Das Konkursverfahren wird abgeschlossen, wenn alle Mittel verteilt oder die Verwertung abgeschlossen ist. |
Rechtlicher Rahmen
Das Verfahren wird durch das SchKG und weitere relevante Gesetze wie das OR (Obligationenrecht) geregelt.
Siehe auch Konkursverbot für Details zum Ausschluss von Führungspositionen nach einem Konkurs.
Buchhalterische Folgen
Beim Konkurs müssen Treuhänder vornehmen:
- Wertberichtigungen der Aktiven auf den Liquidationswert.
- Klassifizierung ausstehender Forderungen als ungesichert oder privilegiert.
- Beurteilung der Fortführungsfähigkeit (Going Concern) bis zur Übernahme durch den Konkursverwalter.
Siehe auch Insolvenz .
Verteilung im Konkurs
Für Details zur Verteilung der Mittel in der Konkursmasse siehe Konkursdividende .
Häufige Ursachen für Konkurs
- Schlechtes Liquiditätsmanagement ohne ausreichende Liquiditätsreserve.
- Übermässige Fremdfinanzierung und hohe Zinskosten.
- Bedeutende Forderungsausfälle, siehe Forderungsverlust .
- Unvorhergesehene Marktveränderungen oder Wirtschaftskrisen.
Vorbeugende Massnahmen
- Regelmässige Cashflow-Prognosen und Liquiditätsüberwachung.
- Enge Nachverfolgung ausstehender Forderungen und Kreditwürdigkeitsprüfung.
- Diversifizierte Finanzierung zur Reduktion des Risikos von Zinsaufschlägen.
- Erstellung von Krisenbudgets und Szenarioanalysen.
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