Shorting (Leerverkauf)
Ein Shorting (auch Leerverkauf genannt) ist eine spekulative Strategie, bei der ein Investor Aktien von einem Broker leiht und verkauft, in Erwartung eines Kursrückgangs. Das Ziel ist, die Aktien zu einem niedrigeren Kurs zurückzukaufen, sie dem Verleiher zurückzugeben und den Gewinn aus der Differenz zu realisieren.
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Definition und grundlegende Konzepte
Shorting bedeutet, einen Vermögenswert zu verkaufen, den man nicht besitzt, indem man ihn leiht, mit der Absicht, ihn später zu einem niedrigeren Preis zurückzukaufen.
Basiswert, Verleiher, Brokeranforderungen und Marge sind zentrale Elemente einer Short-Position.
Wie funktioniert Shorting?
- Aktien leihen: Der Broker stellt Aktien über einen Leihvertrag zur Verfügung.
- Geliehene Aktien verkaufen: Die Aktien werden sofort am Aktienmarkt verkauft.
- Rückkauf: Der Investor kauft die Aktien zu einem späteren Zeitpunkt zurück.
- Aktien zurückgeben: Die Aktien werden dem Verleiher zurückgegeben, und die Differenz ergibt Gewinn oder Verlust.
Vergleich von Long und Short
| Position | Beschreibung | Potenzieller Gewinn | Potenzieller Verlust |
|---|---|---|---|
| Long | Kauft und besitzt Aktien in Erwartung eines Kursanstiegs. | Unbegrenzt | Begrenzt auf den investierten Betrag |
| Short | Leiht und verkauft Aktien in Erwartung eines Kursrückgangs. | Begrenzt auf den Verkaufspreis | Unbegrenzt (Risiko bei Kursanstieg) |
Buchhalterische Behandlung
Bei der Buchführung von Short-Positionen werden die Grundsätze von IFRS 9 und der relevanten Swiss GAAP FER angewendet.
- Erstmalige Erfassung: Beizulegender Zeitwert zum Transaktionszeitpunkt.
- Folgebewertung: Beizulegender Zeitwert über die Erfolgsrechnung.
- Die Dokumentation von Leihverträgen und Margeverpflichtungen ist wichtig für eine vollständige und korrekte Erfassung.
Risiken und Kosten
Shorting birgt mehrere Risiken und Kosten:
- Unbegrenztes Verlustpotenzial – wenn der Aktienkurs stark steigt.
- Margin Calls – Forderung nach zusätzlicher Sicherheit bei ungünstiger Kursentwicklung.
- Short Squeeze – ein starker Kursanstieg kann zu erzwungenen Rückkäufen führen.
- Leihkosten – Zinsen und Gebühren für den Leihvertrag.
Praktische Beispiele
- Ein Investor erkennt einen möglichen Kursrückgang bei einem Unternehmen und leiht 1'000 Aktien von Nestlé, um sie zu CHF 100 pro Aktie zu verkaufen. Fällt der Kurs auf CHF 80, kauft der Investor die Aktien zurück und realisiert einen Gewinn.
- Shorting von Finanzunternehmen in Abschwungphasen als Risikomanagementstrategie.