Was sind Reserven und Fonds?

Reserven und Fonds sind zweckgebundene Teile des Eigenkapitals, die für einen bestimmten Zweck oder als Rücklage gebildet werden. Im Schweizer Recht wird zwischen gesetzlichen Reserven (OR Art. 671 ff.) und freien Reserven unterschieden, die jeweils unterschiedliche Regeln für die Verwendung und Verfügung unterliegen.

Für eine ausführliche Übersicht über die verschiedenen Fondsarten und ihre buchhalterische Behandlung siehe Was sind Reserven und Fonds? .

Illustration der Hauptkategorien von Reserven und Fonds

Was sind Reserven?

Reserven sind Kapitalrücklagen, die für einen bestimmten Zweck oder als Sicherheit gebildet werden und als Teil des Eigenkapitals in der Bilanz ausgewiesen werden.

Reserven können aufgrund gesetzlicher Vorschriften, statutarischer Bestimmungen oder Beschlüssen der Generalversammlung gebildet werden und geben Übersicht über die gebundenen oder freien Mittel der Gesellschaft.

Klassifizierung der Reserven

Reserven werden hauptsächlich in zwei Kategorien eingeteilt:

  • Gesetzliche Reserven: Rücklagen, die nicht als Dividende ausgeschüttet oder frei verfügt werden dürfen (OR Art. 671 ff.).
  • Freie Reserven: Rücklagen, die von der Gesellschaft verwendet werden können, z. B. für Dividenden oder Investitionen.
ReservenartEigenkapitalartBeschreibung
Gesetzliche Gewinnreserve (OR Art. 672)Gebundenes Eigenkapital5 % des Jahresgewinns, bis 20 % des Aktienkapitals erreicht sind
Gesetzliche Kapitalreserve (OR Art. 671 Abs. 1)Gebundenes EigenkapitalAgio (Aufgeld) bei Aktienemission
Statutarische ReserveGebundenes EigenkapitalIn den Statuten vorgesehene Rücklagen
AufwertungsreserveGebundenes EigenkapitalReserve aus der Aufwertung von Anlagevermögen (OR Art. 670)
Freie ReserveFreies EigenkapitalVon der Generalversammlung beschlossene Rücklage für Dividenden oder Reinvestition
KapitaleinlagereserveFreies EigenkapitalKapitaleinlagen über dem Nennwert (steuerfrei rückzahlbar nach VStG Art. 5 Abs. 1bis)

Klassifizierung der Reserven

Buchhalterische Behandlung

Bei der Buchführung müssen gesetzliche Reserven vom freien Eigenkapital in der Bilanz getrennt ausgewiesen werden. Die Verwendung dieser Reserven erfordert oft einen Beschluss der Generalversammlung oder des Verwaltungsrats.

Beispiel einer Bilanzdarstellung

KontoBetrag (CHF)Eigenkapitalkategorie
2900 Gesetzliche Kapitalreserve50'000Gebundenes Eigenkapital
2960 Freie Reserve120'000Freies Eigenkapital

Durch systematische Kennzeichnung der Reservenarten im Kontenrahmen KMU wird eine korrekte Finanzberichterstattung und Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften sichergestellt.