Leasing

Leasing ist eine Finanzierungsform, die Zugang zu Vermögenswerten ermöglicht, ohne diese bar kaufen zu müssen. In der Schweizer Rechnungslegung bestehen je nach angewandtem Standard unterschiedliche Anforderungen: Unter IFRS 16 müssen die meisten Leasingverträge als Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte bilanziert werden, während Swiss GAAP FER weiterhin zwischen Finanzierungs- und operativem Leasing unterscheidet.

Siehe auch: Was sind Sachanlagen? Siehe auch: Was ist Fremdkapital? Siehe auch: Was sind Anlagevermögen?

1. Arten von Leasing

Leasing wird in der Buchführung in zwei Hauptkategorien unterteilt:

LeasingartBilanzierungKontrolle und Risiko
FinanzierungsleasingJaWird auf den Leasingnehmer übertragen
Operatives LeasingNeinVerbleibt beim Leasinggeber

Leasing Oversikt

2. Buchführung nach IFRS 16

Unter IFRS 16 Leasingverhältnisse muss der Leasingnehmer die meisten Leasingverträge bilanzieren als:

  • Ein Nutzungsrecht (Right-of-Use Asset), bewertet zum Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen.
  • Eine Leasingverbindlichkeit (Lease Liability) in Höhe des Barwerts derselben Zahlungen.

Eine vollständige Darstellung der Anforderungen finden Sie unter IFRS 16 – Leasingverhältnisse .

3. Leasing nach Swiss GAAP FER

Für Unternehmen, die Swiss GAAP FER anwenden, ist die Unterscheidung zwischen Finanzierungs- und operativem Leasing weiterhin massgebend. Operative Leasingverträge werden laufend als Aufwand erfasst, wobei im Anhang Angaben zu Laufzeiten, Restwerten und Verpflichtungen gemacht werden müssen. Finanzierungsleasing erfordert eine Bilanzierung; der Posten ist mit den Leasingverträgen in der Bilanz abzustimmen.

RegelwerkKlassifizierungBilanzierungspflichtAnhangangaben
IFRS 16Alle Leasingverträge (mit wenigen Ausnahmen)Nutzungsrecht und LeasingverbindlichkeitDiskontierungssatz, Vertragslaufzeit, künftige Zahlungen
Swiss GAAP FER 13Operativ vs. FinanzierungsleasingNur Finanzierungsleasing wird bilanziertOperative Verträge müssen mit Beträgen pro Jahr beschrieben werden

4. Vorteile und Nachteile von Leasing

Vorteile

  • Geringere Kapitalbindung: Erhält die Liquidität, da grosse Vorauszahlungen vermieden werden.
  • Flexibilität: Möglichkeit, Vermögenswerte am Ende der Vertragslaufzeit zu erneuern oder zu wechseln.
  • Steuervorteile: Leasingzahlungen können als Betriebsaufwand abzugsfähig sein.

Nachteile

  • Gesamtkosten können höher ausfallen als beim Kauf.
  • Bilanzierung kann den Verschuldungsgrad erhöhen und Kennzahlen beeinflussen.
  • Langfristige Verpflichtungen binden künftige Liquidität.

5. Praktisches Beispiel

Angenommen, ein Unternehmen schliesst einen Leasingvertrag mit monatlichen Zahlungen von CHF 20'000 über 3 Jahre ab, bei einem Diskontierungssatz von 5 %:

PeriodeMonatliche ZahlungBarwert der Zahlungen
1–36CHF 20'000CHF 640'000

6. Buchführung in der Praxis

  1. Vertrag klassifizieren: Die Beurteilung, ob der Vertrag operativ oder Finanzierungsleasing darstellt, dokumentieren und wesentliche Bedingungen zusammen mit den übrigen Belegen aufbewahren.
  2. Nutzungsrecht erfassen: Konto im Anlagenregister eröffnen und dem gewählten Abschreibungsplan zuordnen. Siehe auch Abschreibungen .
  3. Leasingverbindlichkeit buchen: Den Barwert auf dem Verbindlichkeitskonto verbuchen und den Betrag in kurz- und langfristige Verbindlichkeiten aufteilen.
  4. Zahlungen periodisieren: Jede Rate in Zinsaufwand und Tilgung aufteilen, dargestellt in der Geldflussrechnung .
  5. Vertrag abstimmen: Übereinstimmung zwischen Bilanzposten, Anhangangaben und der laufenden Bankabstimmung sicherstellen.
PeriodisierungseffektErfolgsrechnungBilanzGeldfluss
RatenzahlungZinsaufwand + AbschreibungLeasingverbindlichkeit nimmt abFinanzierungstätigkeit
Operatives LeasingMietaufwandKeine BilanzierungBetriebstätigkeit

7. Auswirkungen von Leasing auf Kennzahlen

Die Auswirkungen von Leasing müssen in der Berichterstattung transparent gemacht werden. Seit der Bilanzierung von Leasingverbindlichkeiten unter IFRS 16 werden mehrere wichtige Kennzahlen beeinflusst.

KennzahlAuswirkung von LeasingMassnahme
VerschuldungsgradSteigt bei Bilanzierung der LeasingverbindlichkeitenAnpassungen gegenüber Kreditgebern kommunizieren und mit langfristigen Verbindlichkeiten vergleichen
EBITDAVerbessert sich, da der Mietaufwand in Abschreibung und Zins umgegliedert wirdCovenant-Berechnungen aktualisieren und Abweichungen in der Erfolgsrechnung erläutern
GeldflussZahlungen verbleiben beim operativen Leasing im betrieblichen Geldfluss, werden aber bei IFRS 16 als Finanzierungstätigkeit klassifiziertAuswirkungen auf den Geldfluss beurteilen und Puffer einplanen
Rendite auf investiertes KapitalNutzungsrechte erhöhen die Kapitalbasis und drücken die Kennzahl kurzfristigAuswirkungen in Budgetmodellen simulieren und Kapitalbedarf beurteilen

Legen Sie zudem fest, wie Leasing intern in den Kennzahlen behandelt werden soll, damit die Geschäftsleitung Kapitalbindung und Liquidität über alle Geschäftsbereiche hinweg einheitlich beurteilt.

8. Fazit

Leasing ist eine flexible Alternative zum Kauf, die Liquidität und Steuerposition verbessern kann, jedoch eine sorgfältige Beurteilung der Gesamtkosten und Bilanzierung nach IFRS 16 bzw. Swiss GAAP FER erfordert. Durch die Integration der Leasingeffekte in Kennzahlen und Covenant-Berichte wird die Kontrolle über die Kapitalstruktur aufrechterhalten.