Gewinnvortrag (Bilanzgewinn)
Gewinnvortrag (Bilanzgewinn) ist der Teil des Eigenkapitals , der den kumulierten, einbehaltenen Gewinn der Gesellschaft nach Dividendenausschüttungen darstellt. Dieser Schlüsselbegriff gibt Aufschluss über die Fähigkeit der Gesellschaft, intern über die Zeit Kapital aufzubauen.
Definition und Formel
Der Gewinnvortrag wird berechnet, indem vom kumulierten Jahresergebnis die ausgeschütteten Dividenden abgezogen werden:
Gewinnvortrag = Kumuliertes Ergebnis nach Steuern − Ausgeschüttete Dividenden
Wichtige Komponenten
Der Gewinnvortrag besteht aus mehreren zentralen Elementen:
- Kumuliertes Ergebnis aus früheren Geschäftsjahren
- Einbehaltener Gewinn, der nicht an die Eigentümer ausgeschüttet wurde
- Zuweisung an Reserven gemäss OR Art. 672 (gesetzliche Gewinnreserve: 5 % des Jahresgewinns bis 20 % des Aktienkapitals)
Praktisches Beispiel
| Bilanzposition | Betrag (CHF) |
|---|---|
| Kumuliertes Ergebnis | 500'000 |
| Ausgeschüttete Dividende | 150'000 |
| Gewinnvortrag | 350'000 |
Im Kontenrahmen KMU wird der Gewinnvortrag unter Konto 2970 (Gewinnvortrag) oder Konto 2979 (Jahresgewinn) ausgewiesen.
Bedeutung und Anwendung
Der Gewinnvortrag ist entscheidend für die Beurteilung der Solidität und Risikotoleranz einer Gesellschaft. Ein hoher Gewinnvortrag kann auf Folgendes hinweisen:
- Fähigkeit, den Betrieb ohne externe Kreditaufnahme zu finanzieren
- Widerstandsfähigkeit gegen Verluste und wirtschaftliche Schwankungen
- Möglichkeiten für zukünftiges Wachstum und Investitionen
Verwandte Begriffe
Siehe auch:
Dividende und Ergebnis
Für Details zu Dividendenausschüttungen und Buchführungsregeln siehe unsere Artikel zu Ausserordentliche Dividende und Maximale Dividende .