Was ist eine Sacheinlage?
Sacheinlage (auch Sachübernahme oder Apport) ist die Einbringung von Vermögenswerten wie Maschinen, Ausrüstung, Immobilien oder anderen Werten als Eigenkapital in eine Aktiengesellschaft (AG) bei einer Kapitalerhöhung . Der Wert wird durch einen zugelassenen Revisionsexperten geprüft und im Handelsregister eingetragen.
Definition der Sacheinlage
Eine Sacheinlage ist eine Form der Eigenkapitalzuführung, bei der der Einleger dem Unternehmen Vermögenswerte anstelle von Bargeld zuführt. Dies kann sowohl materielle als auch immaterielle Vermögenswerte umfassen, die für den Geschäftsbetrieb relevant sind.
Rechtlicher Rahmen
Die Sacheinlage wird durch das Obligationenrecht (OR) und die Statuten der Gesellschaft geregelt. Die wichtigsten Anforderungen umfassen:
- Qualifizierte Gründung (OR Art. 628): Bei Sacheinlagen muss die Gründung als qualifizierte Gründung durchgeführt werden, mit einem Gründungsbericht des Verwaltungsrats.
- Prüfungsbestätigung des Werts der eingebrachten Vermögenswerte durch einen zugelassenen Revisionsexperten (OR Art. 635a).
- Genehmigung durch die Generalversammlung vor der Eintragung bei einer Kapitalerhöhung.
- Eintragung der Kapitalerhöhung mit Sacheinlage im Handelsregister (HRegV).
Beispiele für Sacheinlagen
| Art des Vermögenswerts | Beschreibung | Bewertungsmethode |
|---|---|---|
| Maschinen und Ausrüstung | Produktionsanlagen, die im Betrieb benötigt werden | Marktwert oder berechneter Wiederbeschaffungswert |
| Immobilien | Gebäude und Grundstücke im Geschäftsbetrieb | Bewertung basierend auf Schätzung oder Marktanalyse |
| Immaterielle Rechte | Patente, Marken und Lizenzen | Diskontierter Cashflow oder Marktwertbasis |
| Warenvorräte | Fertigwaren oder Rohstoffe | Anschaffungskosten oder Nettoveräusserungswert |
Verbuchung der Sacheinlage
Bei der Verbuchung einer Sacheinlage wird der Wert der eingebrachten Vermögenswerte den Eigenkapitalkonten gegenübergestellt:
| Konto (Kontenrahmen KMU) | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Diverse Aktivkonten | Buchwert der Einlage | |
| Aktienkapital (2800) | Nennwert der entsprechenden Aktien | |
| Agio (2900) | Agio bei Differenz zwischen Ausgabekurs und Nennwert |
Für weitere Informationen zur Verbuchung bei Kapitalerhöhungen siehe Was ist eine Kapitalerhöhung? .
Vorteile und Nachteile
- Vorteile:
- Ermöglicht die Zuführung von Eigenkapital ohne Barmittel.
- Kann den Geschäftsbetrieb durch Zugang zu relevanten Vermögenswerten stärken.
- Nachteile:
- Erfordert umfangreiche Dokumentation und Bewertung.
- Risiko von Meinungsverschiedenheiten über die Bewertung zwischen Einleger und Revisor.
Häufig gestellte Fragen
Welche Vermögenswerte können als Sacheinlage eingebracht werden?
Alle Vermögenswerte mit messbarem Wert, einschliesslich Maschinen, Immobilien, Patente und Warenvorräte, können als Sacheinlage dienen. Die Bewertung muss durch einen zugelassenen Revisionsexperten gemäss OR Art. 635a bestätigt werden.
Wie wird der Wert einer Sacheinlage festgelegt?
Der Wert wird durch eine Prüfungsbestätigung eines zugelassenen Revisionsexperten gemäss dem Obligationenrecht und den Grundsätzen ordnungsmässiger Buchführung festgelegt.