Was ist Aktivierung in der Buchhaltung?
Aktivierung ist der buchhalterische Vorgang, bei dem Kosten, die bestimmte Kriterien erfüllen, als Vermögenswerte (Aktiven) in der Bilanz erfasst und über die Zeit abgeschrieben werden. Durch die Aktivierung wird eine korrekte Kostenverteilung und die Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsgrundsätzen sichergestellt.
Was ist Aktivierung?
Aktivierung bedeutet, dass eine Ausgabe nicht direkt als Aufwand in der Erfolgsrechnung erfasst, sondern als Vermögenswert in der Bilanz geführt wird. Dies ist zentral, um grosse Investitionen über mehrere Perioden zu verteilen, sodass das Ergebnis die Nutzungsdauer und wirtschaftliche Lebensdauer widerspiegelt.
Kriterien für die Aktivierung
Damit eine Ausgabe aktiviert werden kann, müssen gemäss OR Art. 959a alle folgenden Kriterien erfüllt sein:
| Kriterium | Erläuterung |
|---|---|
| Verfügungsmacht | Das Unternehmen muss aufgrund vergangener Ereignisse über den Vermögenswert verfügen können. |
| Künftiger wirtschaftlicher Nutzen | Der Vermögenswert muss voraussichtlich zu künftigen Geldflüssen beitragen. |
| Verlässliche Bewertung | Die Kosten müssen verlässlich ermittelt werden können. |
Die Kriterien stehen im Einklang mit dem Rahmenwerk für die Bilanzierung von Anlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten , einschliesslich Forschung und Entwicklung .
Verbuchung der Aktivierung
Bei der Aktivierung wird die Ausgabe in der Regel durch eine Buchung erfasst, die ein Aktivkonto erhöht und ein Zahlungskonto oder eine Verbindlichkeit belastet. Beispiel (Kontenrahmen KMU):
| Transaktion | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Kauf und Installation einer Maschine | 1500 Maschinen und Apparate | 2000 Verbindlichkeiten L+L |
| Softwareentwicklung | 1070 Immaterielle Vermögenswerte | 2000 Verbindlichkeiten L+L |
Für eine detaillierte Darstellung der Anschaffungskosten , siehe unseren Artikel dazu.
Steuerliche Folgen
Die Aktivierung beeinflusst die Steuerbemessungsgrundlage, da Kosten bilanziert und über die Zeit abgeschrieben werden. In der Schweiz gelten die Abschreibungssätze gemäss den Merkblättern der ESTV und dem DBG Art. 28. Mehr dazu in unserem Leitfaden zur Abschreibung .
Zusammenhang mit Abschreibung und Amortisation
- Abschreibung betrifft materielle Vermögenswerte wie Maschinen und Gebäude.
- Amortisation betrifft immaterielle Vermögenswerte wie Patente und Lizenzen.
Beide Vorgänge setzen voraus, dass die Kosten zuvor durch Aktivierung in der Bilanz erfasst wurden. Für weitere Informationen siehe unseren Artikel zur Amortisation .
Praktische Beispiele
Konkrete Beispiele für die Anwendung der Aktivierung in der Praxis (Kontenrahmen KMU):
| Beispiel | Soll | Haben | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Kauf einer Produktionsmaschine | 1500 Maschinen und Apparate | 2000 Verbindlichkeiten L+L | Erwartete Nutzungsdauer 5 Jahre |
| Entwicklung neuer Software | 1070 Immaterielle Vermögenswerte | 2000 Verbindlichkeiten L+L | Aktivierungskriterien erfüllt |
| Umbau von Büroräumen | 1600 Immobilien | 2000 Verbindlichkeiten L+L | Wertvermehrende Investition |
Häufige Fehler und Fallstricke
Bei der Aktivierung gilt es, typische Fehler zu vermeiden:
- Aktivierung von Kosten, die die Aktivierungskriterien nicht erfüllen
- Fehlende Dokumentation der Anschaffungskosten und der Verfügungsmacht
- Falsche Abschreibungsdauer im Verhältnis zur wirtschaftlichen Nutzungsdauer
- Nichtbeachtung steuerlicher Einschränkungen und Abzugsregeln
Realisation bei Veräusserung
Für Informationen zur Realisation von Vermögenswerten bei Verkauf oder Abgang, siehe Realisation .