Bevor die Bilanz steht, sind eine Reihe von Abschlussbuchungen noetig. Sie sorgen dafuer, dass Aufwand und Ertrag periodengerecht im richtigen Jahr stehen und dass die Konten den tatsaechlichen Wert der Vermoegenslage abbilden. Wer diese Schritte strukturiert abarbeitet, vermeidet hektische Nacharbeit kurz vor dem Stichtag. Diese Checkliste fuehrt Schweizer KMU in der richtigen Reihenfolge durch alle wesentlichen Buchungen und ordnet sich in den groesseren Ablauf des Jahresabschluss in der Schweiz ein.

Vorbereitende Abstimmungen

Abschlussbuchungen sind nur dann zuverlaessig, wenn die Ausgangslage stimmt. Deshalb steht am Anfang die Abstimmung der wichtigsten Konten. Erst danach ergeben Abgrenzungen und Bewertungen ein sauberes Bild.

  • Bank- und Postkonten mit den Kontoauszuegen per Stichtag abstimmen
  • Kassenbestand zaehlen und mit dem Kassenkonto vergleichen
  • Offene Debitoren und Kreditoren mit der Belegliste abgleichen
  • MWST-Konten mit den eingereichten Abrechnungen abstimmen
  • Verrechnungskonten und Durchlaufposten auf null pruefen

Eine vollstaendige Uebersicht aller Vorarbeiten bietet die Checkliste zur Jahresrechnung . Saubere Grundlagen verkuerzen jeden weiteren Schritt spuerbar.

Abgrenzungen erfassen

Die periodengerechte Abgrenzung ist das Herzstueck der Abschlussbuchungen. Aufwand und Ertrag gehoeren in das Jahr, zu dem sie wirtschaftlich gehoeren, unabhaengig davon, wann die Zahlung erfolgt ist. Typische Faelle sind im Voraus bezahlte Versicherungen, noch nicht fakturierte Leistungen oder erst im neuen Jahr eintreffende Lieferantenrechnungen.

AbgrenzungstypBeispielWirkung
Aktive Rechnungsabgrenzungim Voraus bezahlte Miete oder VersicherungAufwand ins Folgejahr verschoben
Passive Rechnungsabgrenzungim Voraus erhaltene KundenzahlungErtrag ins Folgejahr verschoben
Transitorischer AufwandLieferung erhalten, Rechnung folgtAufwand im laufenden Jahr erfasst
Transitorischer ErtragLeistung erbracht, noch nicht fakturiertErtrag im laufenden Jahr erfasst

Die Logik dahinter und konkrete Buchungssaetze erlaeutert der Beitrag zu den Abgrenzungen im Jahresabschluss . Wichtig ist, dass jede Abgrenzung im neuen Jahr wieder aufgeloest wird.

Abschreibungen buchen

Anlagegueter verlieren ueber die Nutzungsdauer an Wert. Diese Wertminderung wird ueber Abschreibungen als Aufwand erfasst. Massgebend ist ein nachvollziehbarer Plan, der pro Anlagekategorie die Methode und die Nutzungsdauer festlegt.

  • Anlageverzeichnis auf Zu- und Abgaenge aktualisieren
  • Abschreibungssatz pro Kategorie anwenden (linear oder degressiv)
  • Geringwertige Gueter gegebenenfalls direkt als Aufwand verbuchen
  • Ausserplanmaessige Wertminderungen pruefen

Wie ein Abschreibungsplan aufgebaut wird, zeigt der Leitfaden zu den Abschreibungen planen und buchen . Ein durchgaengiger Plan ueber mehrere Jahre macht den Abschluss vergleichbar.

Warenbestand bewerten

Wer mit Waren oder Material handelt, muss den Warenbestand per Stichtag erfassen und bewerten. Die Bestandsaenderung gegenueber dem Vorjahr wird ueber das Warenaufwandskonto gebucht und beeinflusst den Erfolg direkt.

Nach dem Obligationenrecht (OR) gilt das Vorsichtsprinzip: Bewertet wird zum tieferen Wert aus Anschaffungskosten und Marktwert. Beschaedigte oder schwer verkaeufliche Ware ist entsprechend abzuwerten. Die praktische Durchfuehrung beschreibt der Beitrag zur Lagerbewertung zum Jahresende .

Rueckstellungen pruefen

Rueckstellungen decken Verpflichtungen ab, die dem Grunde nach bestehen, aber in Hoehe oder Faelligkeit noch unsicher sind. Dazu gehoeren etwa Garantieverpflichtungen, drohende Prozesskosten oder noch nicht bezogene Ferien- und Ueberstundenguthaben.

  • Bestehende Rueckstellungen auf ihre Berechtigung pruefen
  • Nicht mehr noetige Rueckstellungen erfolgswirksam aufloesen
  • Neue Verpflichtungen vorsichtig, aber realistisch bewerten

Eine zu hohe Rueckstellung verzeichnet das Ergebnis, eine fehlende verschleiert Risiken. Wie der Aufbau und die Aufloesung sauber gelingt, erklaert der Beitrag zu den Rueckstellungen bilden und aufloesen .

Erfolgskonten abschliessen

Sind alle Korrekturbuchungen erfasst, werden die Erfolgskonten ueber die Erfolgsrechnung abgeschlossen. Aufwand und Ertrag werden gegeneinander verrechnet, und der Saldo ergibt den Gewinn oder Verlust des Geschaeftsjahres. Dieser fliesst anschliessend ins Eigenkapital. Ein logisch aufgebauter KMU-Kontenrahmen der Schweiz erleichtert diesen Abschluss, weil Aufwand- und Ertragsgruppen klar getrennt sind.

Erst nach diesem Schritt steht das vorlaeufige Ergebnis fest. Ob daraus eine ordentliche oder eine eingeschraenkte Revision folgt, haengt von Rechtsform und Groesse ab; Details dazu finden sich bei der Revision und eingeschraenkte Pruefung .

Saldovortrag ins neue Jahr

Zum Schluss werden die Bestandskonten der Bilanz abgeschlossen und als Saldovortrag ins neue Geschaeftsjahr uebertragen. Aktiven und Passiven bilden die Eroeffnungsbilanz des Folgejahres.

  • Bilanzkonten mit ihren Salden vortragen
  • Aktive und passive Abgrenzungen im neuen Jahr aufloesen
  • Eroeffnungsbilanz auf Gleichheit von Aktiven und Passiven pruefen
  • Belege fuer die Aufbewahrungspflicht archivieren

Ein moderner Eintrag im Handelsregister und eine ordentlich abgewickelte Mehrwertsteuer (MWST) gegenueber der ESTV gehoeren zwar nicht zur Buchung selbst, runden den Jahreswechsel aber organisatorisch ab. Damit ist der Kreislauf geschlossen, und das neue Jahr startet auf einer geprueften Grundlage.

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