Die Quellensteuer in der Schweiz wird direkt vom Lohn ausländischer Mitarbeitender ohne Niederlassungsbewilligung C abgezogen und vom Arbeitgeber an die kantonale Steuerverwaltung überwiesen. Sie ist ein fester Bestandteil der monatlichen Lohnverarbeitung und gehört damit zu den zentralen Aufgaben rund um Lohn und Personal in der Schweiz. Anders als bei der ordentlichen Steuer trägt der Arbeitgeber hier die Verantwortung für den korrekten Abzug und die fristgerechte Ablieferung.

Wer ist quellensteuerpflichtig?

AufenthaltsstatusQuellensteuer
Bewilligung B (Aufenthalter)ja, bis zur Umstellung auf Wohnsitzbesteuerung
Bewilligung L (Kurzaufenthalter)ja
Bewilligung G (Grenzgänger)ja
Bewilligung F oder N (Vorläufig Aufgenommene, Asyl)ja
Bewilligung C (Niederlassung)nein, ordentliche Veranlagung
Schweizer Bürgernein

Bei Doppelbürgerschaft mit Schweizer Pass entfällt die Quellensteuer ebenfalls.

Tarife und Berechnung

Die Quellensteuersätze sind kantonal unterschiedlich. Sie werden über Tarifcodes ausgewiesen:

  • Tarif A: alleinstehend
  • Tarif B: verheiratet, alleiniger Verdiener
  • Tarif C: verheiratet, beide Ehegatten erwerbstätig
  • Tarif H: alleinerziehend
  • Tarifcodes mit „Y": zusätzliche Kirchensteuer

Die kantonalen Tarife stehen auf estv.admin.ch und auf den Webseiten der kantonalen Steuerverwaltungen.

Abrechnungsprozess

  1. Anmeldung neuer Mitarbeitender beim Migrationsamt und der kantonalen Steuerverwaltung.
  2. Tarifcode bestimmen (Aufenthaltsstatus, Familiensituation).
  3. monatliche Berechnung der Quellensteuer auf den Bruttolohn.
  4. Abrechnung mit der Steuerverwaltung (monatlich oder quartalsweise).
  5. Ausweis im Lohnausweis (Ziffer 11).
  6. Bezugsprovision von 1 – 2 % als Entschädigung für den Arbeitgeber.

Der Quellensteuerabzug erfolgt parallel zu den übrigen Abzügen auf der monatlichen Lohnabrechnung in der Schweiz. Massgebend für die Berechnung ist das satzbestimmende Einkommen, das nicht immer mit dem effektiv ausbezahlten Lohn übereinstimmt – etwa bei unterjährigem Eintritt, mehreren Arbeitgebern oder Teilzeitpensen. In solchen Fällen wird der Lohn auf ein hypothetisches Gesamteinkommen hochgerechnet, um den korrekten Tarifsatz zu bestimmen.

Nachträgliche ordentliche Veranlagung (NOV)

Quellensteuerpflichtige mit einem Bruttojahreslohn über 120'000 CHF werden zwingend nachträglich ordentlich veranlagt. Ab diesem Zeitpunkt zählt die Quellensteuer nur noch als Vorauszahlung an die definitive Steuerrechnung. Auch bei tieferen Einkommen kann eine NOV beantragt werden, wenn etwa Krankheitskosten oder Säule-3a-Einzahlungen geltend gemacht werden sollen.

Die Frist zur Antragstellung läuft jeweils bis 31. März des Folgejahres.

Sonderfälle

  • Grenzgänger Deutschland: Quellensteuer von 4.5 %, Hauptbesteuerung in Deutschland (Doppelbesteuerungsabkommen)
  • Grenzgänger Frankreich (mit Ausnahme Genf): Besteuerung in Frankreich, Schweiz erhält Ausgleichszahlung
  • Verwaltungsräte: pauschaler Quellensteuersatz auf Honorar
  • Künstler und Sportler: spezielle Tarife

Wer Mitarbeitende vorübergehend ins Ausland entsendet oder umgekehrt aus dem Ausland beschäftigt, sollte zusätzlich die Auswirkungen auf die Beitragspflicht prüfen. Quellensteuer und Sozialversicherung folgen nicht zwingend denselben Regeln; Details dazu stehen im Beitrag zur Sozialversicherung beim Auslandseinsatz.

Verbuchung

Die Quellensteuer wird über das Lohnkonto erfasst und an die Steuerverwaltung überwiesen. Detaillierte Abstimmung steht im Beitrag zur Lohnabstimmung vor der Meldung . Mehr zur korrekten Bilddarstellung im Lohnausweis Schweiz .

Praxistipps

  • Tarifcodes regelmässig überprüfen (Heirat, Kinder, Kantonswechsel)
  • monatliche Abrechnung digital direkt an die Steuerverwaltung
  • Bezugsprovision in der Buchhaltung als Erlös erfassen
  • bei Unsicherheit Anfrage an die kantonale Steuerverwaltung
  • frühzeitig mit dem Treuhänder zusammenarbeiten bei komplexen Fällen
  • bei Wechsel von Quellensteuer auf C-Bewilligung Übergang sauber dokumentieren

Fazit

Die Quellensteuer ist administrativ aufwändig, aber gut handhabbar. Wer die Tarife korrekt setzt, vermeidet Korrekturen. ReAI berechnet die Beiträge automatisch nach Kanton und Tarifcode. Preise ansehen .